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Gepostet by on Mai 1, 2016 in Allgemein, Bücher | 2 Kommentare

Buchläden sind Orte!

 

Ich gestehe: ich habe einen Büchertick. Ich bin ganz verrückt nach Sachbüchern aller Art, ich verschlinge gute Krimis, aber vor allem liebe ich Kinderbücher. Davon profitiert hier die Kinderbande: an Büchern mangelt es nie!

Als wir noch in einer Großstadt lebten, war das mit dem Bücherkauf auch kein Thema. Es gab unzählige kleine, gut sortierte Buchläden mit engagiertem Fachpersonal vor Ort. Das einzige, was ich tun musste, war ein paar Schritte zu gehen und genügend Zeit mitzubringen. Dann standen mir gleich mehrere Bücherparadiese zur Verfügung, unter anderem die beste Kinderbuchhandlung des Planeten.

Buchhandlungen machen mich regelrecht glücklich. Ich liebe es, zwischen den Regalen umherzugehen, Bücher in die Hand zu nehmen und aufzuschlagen, ein paar Zeilen zu lesen und mir die Illustrationen anzusehen. Ich mag in der Regel auch die Menschen, die darin arbeiten, deren Empfehlungen und die oft folgenden Gespräche über Bücher. Gerade in Sachen Kinderbücher bin ich so auf richtige Schätze gestoßen worden.

Gehts mich was an?

Das ganze Jammern und Lamentieren um Buchladensterben und den bösen Onlinebücherkauf habe ich nie verstanden. Ja, auch ich habe in dieser Zeit beim großen Online-Monopolisten bestellt. Weil es einfach war. Weil die Ware schon am nächsten Tag hier ankam (sofern der Hauptstadt-Paketbote mir gnädig gestimmt war 😉 ). Weil ich oft gar nicht stöbern wollte, sondern schon sehr genau wusste, was ich brauchte.

geballte Lesefreude vor Ort

geballte Lesefreude vor Ort

Jetzt wohne ich nicht mehr in der Großstadt. Hier gibt es genau einen Buchladen, der zu einer großen Kette gehört. Der ist okay, aber alles andere als klein und schnuckelig. Die Verkäufer sind nett. Wenn aber nur Bücher aus Großverlagen im Haus sind und das Sortiment mehr oder weniger von oben vorgegeben wird, sind wirkliche Empfehlungen oder Entdeckungen jenseits des Mainstreams unmöglich.

Der Buchladen als Gemischtwarenhandlung

Das Schlimmste aber: das so geliebte Buchladengefühl, eine kribbelnde Mischung aus Vorfreude und innerem Frieden, will sich nicht mehr einstellen. Das hier ist kein Buchladen, sondern ein Gemischtwarenladen, in dem neben DVDs, Zeitschriften, Kinderspielen und Papierwaren eben auch Bücher feilgeboten werden.

Was ist passiert, frage ich mich, wenn Buchläden einen großen Teil ihres Umsatzes nicht mit Büchern, sondern mit sogenannten Non-Book-Artikeln machen, man mittlerweile aber in Tankstellen, Supermärkten und selbst auf Büchertischen in Kindergärten Bücher kaufen kann?

Seelenlos ist das, wenn ihr mich fragt!

Langsam erkenne ich, dass das mit den Buchläden möglicherweise doch eine ungünstige Entwicklung genommen hat. Ein bißchen fühle ich mich mitschuldig. Vor allem aber fühle ich mich betrogen um meine Buchladenstunden.

Und ich habe ein handfestes Problem: neues Lesefutter für die Kinder (zumindest dann, wenn ich Abwechslung jenseits der üblichen Verdächtigen im Kinderbuchregal haben mag), muss ich mir jetzt selbst besorgen.

Buchvorstellungen: ab jetzt hier!

Wie ist es bei euch? Erliegt auch ihr dem Zauber des Bücherkaufs? Habt ihr Lieblingsbuchläden? Oder überhaupt eine Buchhandlung in der Nähe?

Wenn ja: kauft Bücher, Leute! Dort, vor Ort – nicht irgendwo! Denn Buchläden sind Orte und keine Pixel. Nehmt Bücher in die Hand, lest Klappentexte, löchert die Buchhändler. Nehmt eure Kinder mit und lasst sie teilhaben an den Regalen voller Abenteuer und Ideen. Geht in diese wundervollen Orte voller Lesefreude!

Für diejenigen ohne Traumbuchhandlung um die Ecke gibt es hier nun auch Buchvorstellungen. Ich lasse euch teilhaben an guten und weniger guten Kinderbüchern, an heißgeliebten Lieblingsbüchern, Abendbegleitern, traurigem, spannenden und informativen Lesestoff. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich eine viel(vor)lesende Mutter von vier Kindern, also Endverbraucher bin und keine Buchhändlerin. Meine Sicht ist subjektiv und meine Buchvorstellungen sind das auch.

Weil bei Kinderbüchern die Meinung eines Erwachsenen nur eben die halbe Miete ist, bekomme ich Unterstützung der Kinderbande. Ich freue mich!

2 Kommentare

  1. Wunderbarer Beitrag! Ich bin selbst gelernte Buchhändlerin, habe aber, nachdem es schwierig war, nach der Ausbildung einen Job zu finden (wahrscheinlich auch wegen des Buchhandlungssterbens), einen anderen Berufsweg eingeschlagen. Meine Bücherliebe habe ich aber dennoch nicht überwunden und das werde ich wohl – zum Glück – auch nie. Das zeigt sich jetzt schon im Bücherregal meiner gerademal sechs Monate alten Tochter. Da stehen schon so viele Bücher drin, dass ich gar nicht so recht weiß, wann ich ihr die vorlesen soll, zumal ich auch schon für später sammle 🙂 Ich freu mich auf ganz viele Buchempfehlungen von dir!

    • Tausend Dank für deinen schönen Kommentar! Ich finde ja auch, Kinderbücher kann man nie genug haben.:)

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