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Gepostet by on Jun 25, 2016 in Allgemein, Kinder | 1 Kommentar

Spazieren gehen

 

Letztens erzählte ich in einer Mütterrunde, wie gerne ich spazieren gehe und sah in höchst erstaunte Gesichter.

„Bitte was? Spazieren gehen? Mit Kindern? Geht das überhaupt?“

Einige der Mütter erzählten mir traurig, dass sie spätestens mit dem Laufalter ihrer Kinder aufgehört hätten mit dem Spazierengehen. Ihre Kinder hätten da nicht mitgemacht. Sie fragten mich, wie ich meine Kinder dazu überreden könnte, wenigstens mir zuliebe eine Runde zu gehen.

Nicht ärgern, umdenken!

Um ehrlich zu sein: ich mache da gar nichts besonderes. Spazieren gehen mit (Klein)Kindern erfordert lediglich ein Umdenken – in MEINEM Kopf!

Auch, wenn für mich selbst oft der Weg das Ziel ist: ich musste lernen, diese Begriff noch viel enger zu fassen. Spazieren gehen heißt hier oft: weniger gehen, mehr stehen: bei jeden zweiten Grashalm, einer Hopfenblüte (wir riechen gemeinsam), fürs Steine oder Stöcke sammeln, Fuchsbauten bestaunen (lebt da jetzt wirklich ein Fuchs unten? „Haaaaalo Fuchs, kannst du mich hören???“), Tierspuren entdecken (Hund, Katze oder Fuchs? ), Zapfen sammeln, Schnecken entdecken oder Hügel runter kullern…

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Strecke lässt sich oft nur zurücklegen, wenn ich die Kinder animierte, nach vorne zu spurten: schon mal um die nächste Ecke zu schauen, den ersten Spaziergänger zu entdecken, zu schauen, wer erster am nächsten Baum ist oder an einem festgelegten Ziel ein leckeres Picknick in Aussicht stelle.

Die Liebe zur Natur stellte sich bei der Kinderbande so ganz alleine ein, ebenso ein ganzes Stück Achtsamkeit und Entdeckertrieb. Wenn ich „richtig“ spazieren gehen mag, gehe ich heute mit dem Hund (wobei: auch der bleibt ständig stehen ) oder alleine. Mit Kindern ist das aber nicht schlechter. Es ist einfach nur anders. Man kann eine Stunde unterwegs sein und letztendlich nur ein Stück von wenigen hundert Metern zurückgelegt haben. Die dann aber besonders intensiv.

Mit Kinderaugen sehen

Kinder können durchaus schnell laufen. Aber sie leben im JETZT. Auf jedem Meter Wegstrecke lauern unzählige Wunder und kleine Überraschungen. Jeder Gang in die Natur ist der Beginn eines kleinen Abenteuers.

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Für mich war es eine neue Erfahrung, mich ein ganzes Stück von den Kindern leiten zu lassen: mit ihren Augen sehen zu lernen, mich ebenfalls begeistern zu können – und dabei mein eigenes Ziel und die Zeit zumindest nicht ganz aus dem Augen zu verlieren.

Ja, Spazieren gehen mit Kindern ist nicht nur möglich – es macht sogar Spaß! Lassen wir uns also ein darauf, die Welt zumindest für die Dauer eines Spaziergangs mit Kinderaugen zu betrachten. Nehmen wir die Gelegenheit wahr, komplett zu entschleunigen und im Augenblick zu leben. Es gibt Menschen, die ein Heidengeld für Seminare und Coachings ausgeben, nur um im „Jetzt“ leben zu lernen. Wir Eltern brauchen das nicht! Wir haben die kompetentesten Lehrer unmittelbar bei uns!

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1 Kommentar

  1. Ich finde Spazierengehen mit den Jungs (3) nur dann anstrengend, wenn wir erst an großen Straßen entlang irgendwohin laufen müssen, wo wir dann entspannt gehen können und die beiden springen lassen können. Deshalb halte ich es bevorzugt so, dass wir mit dem Auto ins Naturschutzgebiet/an oder in den Wald fahren, wo wir direkt nach dem Aussteigen einfach losgehen können, ohne noch groß auf Verkehr oder sonstwas zu achten. Und dann ist es phantastisch.

    Die Momente, in denen die beiden dann gar nicht mehr vom Fleck zu kriegen sind, nutze ich dann zum Instagramen oder Fotos machen oder auch entdecken und hab so mindestens genauso viel Freude wie die Jungs.

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