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Gepostet by on Mai 7, 2016 in Allgemein, Kinder | 4 Kommentare

Wir bauen ein Bohnentipi

 

Meine Kinder sind richtige Draußenkinder. Sobald das Wetter besser wird und sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen, verbessert sich die Stimmung schlagartig. Alle wuseln geschäftig im Garten herum und spielen, gärtnern, bauen, spielen Fußball oder genießen einfach den Duft des Frühlings.

Also naheliegend, dass wir den Garten auch als Spielbereich für die Kinder nutzen und ausbauen. Das erste Projekt in diesem Jahr: ein Bohnentipi!

Es ist der ideale Aufenthaltsort für die Kinderbande: im Sommer, wenn die Bohnen hochgewachsen sind, schattig und kühl und vor allem: ein gemütliches Versteck. Ein Ort, der thematisch nicht festgelegt ist und Indianerzelt, Puppenstube, Forschungsstation und Räuberhöhle gleichermaßen sein kann. Außerdem etwas, das mit wenig Geld und geringem Aufwand selbst gebaut werden kann. In diesem Fall sogar von den Kindern selbst. Ich habe mir selbstredend helfen lassen.

Weil ich immer wieder gefragt werde, wie genau wir unser Bohnenzelt gebaut haben, hier eine ausführliche Bauanleitung. Versteht das Ganze als Anregung, es gibt unzählige Möglichkeiten, ein Tipi zu bauen.

Benötigt werden:

  • Stäbe als Rankgerüst. Wir haben zehn Bambusstäbe aus dem Baumarkt genommen mit einer Länge von 2,20.
  • Gartenschnur – es geht aber sicher auch Paketband oder ähnliches
  • Draht
  • Bohnensamen – rankende, gut wachsende Sorten sind ideal. Wem Bohnen in einem Garten mit kleinen Kindern zu gefährlich sind (roh sind sie giftig), kann auch Erbsen, Wicken oder andere einjährige Kletterpflanzen nehmen. Mehrjährige Kletterer sind oft schwierig, weil sie mit den Jahren ein zu großes Gewicht für das Bambusgerüst bekommen.
  • Rindenmulch (Spielplatzqualität)

Bohnen über Nacht einweichen. Sie werden dadurch fast doppelt so groß und vor allem: sie keimen deutlich schneller!

Bohnentipi - zuerst einen Krei aus Steinen legen

Bohnentipi – zuerst einen Krei aus Steinen legen

Mit Schnur, Holzpflock und jeder Menge Steinen einen Kreis aufzeichnen. Den Durchmesser (180cm) haben wir nach Augenmaß bestimmt. In unserem Fall: eine gute Größe! Ich bin mir nicht sicher, ob die Kinder meine geometrischen Ausführungen zum Thema verstanden haben. Aber vielleicht denken sie in der Schule irgendwann mal an den Bau des Bohnentipis, wenn ihnen ein Lehrer erzählt, dass alle Punkte eins Kreises den selben Abstand zum Mittelpunkt haben… Auf jeden Fall legten die Kinder lauter Steine dorthin, wo die Schnur zu ende war. Selbst der Kleinkindmensch hatte das Prinzip schnell verstanden.

Bohnentipi - einen spatenbreit den Rasen abstechen

Bohnentipi – einen spatenbreit den Rasen abstechen

Dann rundherum ein spatenbreites Stück Rasen abstechen. Ich habe über weite Strecken die Kinderbande arbeiten lassen. Nicht vergessen: das Tipi braucht einen Eingang, der idealerweise gegen Norden (da wachen die Pflanzen sowieso nicht so gut – zu wenig Licht) liegen sollte. In diesem Bereich kann das Gras ruhig stehen bleiben.

Dann die Stangen einsetzen, vom Kind festhalten lassen und mit Draht zusammenschustern.

Gartenschnur horizontal zwischen den Stangen spannen im Abstand von jeweils 25cm, damit die Bohnen später daran empor klettern können.

Bohnentipi - Stangen vom großen Kind zusammenhalten lassen

Bohnentipi – Stangen vom großen Kind zusammenhalten lassen

Rindenmulch in Spielplatzqualität in die Mitte kippen (auf den Bildern ist nur ein Sack verteilt, ein zweiter wurde am Folgetag nachgekauft), damit das Tipi auch dann noch gut zu bespielen ist, wenn die Bohnen gewachsen und es drinnen schattig ist oder nass. Irgendwann leidet sonst der Rasen im Innenbereich und die Kinder sitzen im Matsch (muss auch nicht verkehrt sein. Meine Kinder lieben Matsch).

Bohnentipi - wird auch ohne Bohnen sofort bespielt

Bohnentipi – wird auch ohne Bohnen sofort bespielt

Die Erde lockern und ggf. mit Kompost verbessern. Bohnen setzen. Wir haben jeweils drei Bohnen pro Stab gesetzt. Nicht immer keimen alle Bohnen. So sind wir auf der sicheren Seite und lassen die jeweils kräftigste Bohne stehen. Gut angießen und fortan feucht halten.

Schon nach zwei Wochen keimen die Bohnen.

Bohnentipi - die ersten Bohnen keimen!

Bohnentipi – die ersten Bohnen keimen!

Bisher haben sie den buddelnden Hund (wir haben noch etwas Kompost mit eingearbeitet, um die Qualität der Erde zu verbessern – der Fellträger hier war entzückt!), die fußballspielenden Kinder und den Forscherdrang des Zweijährigen („abreißen, Mama?“) überlebt. Aktuell (drei Wochen nach dem Pflanzen) sehen sie so aus:

Bohnentipi - nach drei Wochen sind es schon richtig kleine Bohnenpflanzen

Bohnentipi – nach drei Wochen sind es schon richtig kleine Bohnenpflanzen

Ich berichte, wie es hier weiter geht mit dem Tipi…

4 Kommentare

  1. Hey, ich bin gerade zufällig über deinen Blog gestolpert auf der Suche nach Ideen für ein Bohnenzelt.
    Ich habe einiges kurz überflogen , für mehr bleibt grad keine Zeit weil im Nachbarzimmer einer hustet und ein anderer jeden Moment wach wird und gestillt werden möchte.ich habe 3 Kinder und liebe sie alle sehr. Wenn ich dein geschriebenes so lese sehe ich mich in vielen Situationen wieder….und wie gesagt, ich hab nur kurz überflogen. Ich habe die Erfahrung gemacht das man mit 3 Kindern und 3 kleinen Mini-Hunden (die nicht weniger Liebe und Aufmerksamkeit brauchen wie große) sehr schnell abgestempelt wird. Wie geht es dir damit?
    Meine eigentliche Frage sollte aber dem Bohnentipi gelten…was ist daraus geworden und wie zufrieden wart ihr mit dem Ergebnis?
    Lg, Elli

    • Hallo Elli,

      bitte entschuldige, dass ich dir erst jetzt antworte. Die vier Kinder (drei davon ebenfalls krank) hielten mich in en letzten Wochen auf Trab, Ich kam gefühlt zu nichts.Schön, dass du dich in manchen meiner Texte wiederfindest. Und ja: auch ich habe oft das Gefühl, abgestempelt zu werden. Dafür reichen schon mehr Kinder als handelsüblich. Das wird auch einer meiner nächsten Blogbeiträge werden (Nach der Kinderbuchchallenge im Mai, die ist monatsfüllend. Herzliche Einladung an dieser Stelle!). Mich beschäftigt dad Thema seit langem.

      Zum Bohnentipi: letztes Jahr haben uns die Schnecken einen Strch durch die Rechnung gemacht. Leider haben nur wenige der Bohnenpflanzen den Weg nach oben geschafft. Dieses Jahr ist das Beet um das Tipi herum etwas breiter (direkt vom Gras aus kriecht es sich wohl einfach nett). Statt Bohnen wird es dieses Jahr Prunkwinden geben, die aktuell auf der Fensterbank wachsen. Ich werde berichten…

      Liebe Grüße, Katja

  2. Hallo Katja,

    ich plane dieses Jahr ein Tipi in der Kita zu bauen in der ich arbeite. Wir haben viel Platz, aber fast alles liegt im Schatten und der Boden ist sehr schlecht. Wenn Wetter und Zeit es zulassen möchte ich die Tage mal mit dem Spaten schauen wie tief ich graben könnte um ggf. bessere Erde auf zu füllen. Die Idee mit dem Rindenmulch ist toll, hab mir nämlich schon den Kopf zerbrochen wie wir das Innere gestalten können, ohne das die Kids alle schmutzig werden. Könnte mir sogar vorstellen mehrere Tipis anzupflanzen. Die Kinder haben sich im Hof Lager gebaut und das wäre bestimmt eine tolle Ergänzung dazu. Muss das mal mit meinen Kollegen besprechen…

    Liebe Grüße
    (ebenfalls) Katja 😉

    • Toll, dass ihr im Kindergarten Tipis baut. Rückblickend würde ich wohl Weidentipis bauen, weil sie nicht jährlich neu bepflanzt werden müssen. Und ich würde unter dem Rindenmulch eine Unkrautfolie ausbreiten… Die Daumen sind gedrückt für tolle Tipis bei euch im Kindergarten!

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