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Gepostet by on Jan 24, 2017 in Allgemein, Bücher | 3 Kommentare

Kinderbuchklassiker – eine Liebeserklärung!

 

Gut 9000 Kinderbücher erscheinen jährlich. Damit belegt die Sparte der Kinder- und Jugendbücher den dritten Patz nach Belletristik und Deutscher Literatur (Quelle: Börsenverein des Deutschen Buchhandels).

Es erscheinen gute und weniger gute Bücher. Bücher, die den eigenen Geschmack nur bruchstückhaft treffen und andere, die man nie wieder aus der Hand legen will. Definitiv gibt es Jahr für Jahr aber deutlich mehr Neuerscheinungen, als man Bücher mit den eigenen Kindern lesen kann. Es heißt also, eine Auswahl zu treffen.

Vieles spricht dafür, aktuelle Bücher zu lesen. Ich gestehe an dieser Stelle: ich liebe es, Ausschau nach neuen Schätzen zu halten. Es gibt Bücher, denen ich zufällig begegne. Einfach, weil ich es liebe, durch Buchläden zu schlendern (ich hatte in: Buchläden sind Orte darüber berichtet) oder durch Rezensionen darauf gestoßen werde. Und es gibt Bücher, denen ich richtiggehend entgegenfiebere. Weil sie ein weiterer Band einer geliebten Kinderbuchreihe sind. Oder ein neues Buch eines von mir geschätzten Autors.

Neben all den wundervollen Neuerscheinungen, die den Buchmarkt bunt und lebendig halten, schlägt mein Herz aber unüberhörbar: für Klassiker!

 

Kinderbuchklassiker sind toll!

 

Es gibt Gründe, warum Bücher in zwei- oder gar dreistelliger Auflage erscheinen und noch fünfzig Jahre nach der Ersterscheinung gelesen werden. In der Regel ist das der Fall, wenn ein Buch einfach wirklich verdammt gut ist. Klassiker stehen für Qualität.

(natürlich gibt es auch Schund, der sich hartnäckig hält. Aber das ist eine andere Baustelle 😉 ).

Der Maulwurf Grabowski – schon von mir als Kind heiß geliebt, begeistert er jetzt den Dreijährigen im Haus.

 

Klassiker erzählen meist von einer vergangenen Zeit, in der die Kindheit überwiegend draußen stattfand – und nicht, wie heute, gut überwacht in den Kinderzimmern oder der Ganztagsbetreuung in Kindergärten und Schulen. Es ist – auch wenn die Bücher durchaus in anderen Zeiten verortet sind – doch zumindest ein Stück weit die Zeit der eigenen Kindheit: ohne Handys und Whatsapp, in der Verabredungen noch ganz altmodisch stattfanden. Wenn ich Klassiker mit meinen Kindern lese, lasse ich sie teilhaben an diesem entschleunigten Leben. An einem noch sehr umständlichen Leben, wenn man bedenkt, dass Kalle Blomquist oder Emil und Pony Hütchen nicht eben mal schnell nach den Verbrechen der letzten Zeit googeln oder ihren Eltern eine sms schicken können, um ihre Abwesenheit anzukündigen oder Hilfe zu holen.

Klassiker zu lesen bedeutet, die Bücher der eigenen Kindheit mit dem Nachwuchs zu teilen: gemeinsam einzutauchen in Geschichten. Kindheitsbegleiter noch einmal neu – und auch mit den Augen der eigenen Kinder – erleben zu können. Es ist ein gemeinsamer Ausflug ins Abenteuer. Nur, dass die Reise, zumindest für uns Erwachsene, eben auch in die Vergangenheit führt.

Frederick – ebenfalls ein alter Kinderbuchschatz

Auch in sprachlicher Hinsicht lassen Kinderbuchklassiker mein Herz höher schlagen. Die Erzählsprache ist oft weniger gefällig als in aktuellen Büchern. Weniger Umgangssprache (zumindest nicht die heutige 😉 ), manchmal eine fast altertümlich anmutende Wortwahl und die präzise Sprache, mit der die Geschichten oft erzählt sind: das macht mich glücklich! Auch in dieser Hinsicht sind Kinderbuchklassiker für mich eine wohltuende Reise in die Vergangenheit.

Aber, um ehrlich zu sein: Trotz aller Gründe FÜR Kinderbuchklassiker bin ich bin jedes mal aufgeregt, wenn ich eines dieser von mir geliebten Bücher mit den Kindern lese. Finden sie es ebenso gut wie ich? Oder langweilen sie sich? Können sie mit dem Buch überhaupt etwas anfangen? Ist die Sprache noch zeitgemäß?

In der Regel kommt nach wenigen Seiten  das Aufatmen. Und die Erkenntnis: Klassiker sind vor allem eines: zeitlos!

 

Wie ist es bei euch? Lest ihr gerne Klassiker mit euren Kindern? Wenn ja: verratet ihr mir eure liebsten Kinderbuchklassiker?

 

Hier eine Auswahl unserer Lieblingsklassiker:

 

Für Kinder ab zehn:

Kinderbuchklassiker für Kinder ab zehn.

Emil und die Detektive

Erich Kästner
Ersterscheinung: 1929
Verlag: Dressler / Atrium
ISBN: 978-39547

Emil Tischbein fährt das erste mal alleine nach Berlin. In seiner Jackentasche ist das von seiner Mutter so hart erarbeitete Geld. Es kommt wie es kommen muss: schon im Zug wird er bestohlen. Emil bekommt Unterstützung durch Gustav mit der Hupe und seinen Jungs, später auch von seiner fabelhaften Cousine Pony Hütchen. Eine abenteuerliche Verbrecherjagd quer durchs Berlin der 20er Jahre beginnt, die auch fast neunzig Jahre nach Erscheinen des Buches nichts von ihrem Zauber verloren hat.

 

Die Brüder Löwenherz


Astrid Lindgren
Ersterscheinung: 1974
Verlag: Oetinger
ISBN: 978-3789129414

Jeden Abend erzählt Jonathan seinem kranken Bruder Krümel von vom Land Nangijala – dem Land der Sagen und der Märchen. Es ist das Land, in das die Menschen nach ihrem Tod kommen. Schon bald leben die Brüder beide in diesem wunderbaren Land, in dem die Kirschbäume blühen und das so friedlich scheint – gäbe es nicht den furchtbaren Ritter Kato, der das Land bedroht und die Menschen ängstigt. Es beginnt ein Kampf gegen das Böse und damit ein aufregendes Abenteuer. Die Brüder Löwenherz ist ein ganz zauberhaftes Buch über Liebe und Mut, darüber, sich selbst zu überwinden und – achtung, Tabuthema – über den Tod. Erklärtes Lieblingsbuch meiner Zehnjährigen und auch eines meiner herzallerliebsten Kinderbücher!

 

Kalle Blomquist


Astrid Lindgren
Ersterscheinung: 1946 (Schwedisches Original)
Verlag: Oetinger
ISBN: 978-3789141300

Der Meisterdetektiv Kalle Blomquist lebt zu seinem Leidwesen im verschlafenen Städtchen Kleinköping: ein friedlicher Ort in Schweden, in dem nichts passiert und in dem seine Qualitäten als Detektiv offenbar nicht gebraucht werden – bis plötzlich ein Juwelendiebstahl passiert. Und eine Entführung. Und ein Mord. Kalle Blomquist ermittelt – an seiner Seite Eva-Lotta und Anders, beste Freunde und wie er Mitglieder der „weißen Rose“. Drei packende Detektivromane in einem Band!

 

Für Kinder ab sechs:

Kinderbuchklassiker für Kinder ab sechs.

 

Konrad oder das Kind aus der Konservenbüchse


Christine Nöstlinger
Ersterscheinung: 1975
Verlag: Oetinger Taschenbuch
ISBN: 978-3841503879

Frau Bartolotti ist eine alleinstehende Frau in den besten Jahren: patent und unkonventionell, schrill und absolut unangepasst. Mit Kindern hat sie es nicht so. Umso größer ist also ihr Erstaunen, als ihr die Post ein Kind zustellt: in einer Konservendose verpackt. Da Frau Bartolotti gerne mal etwas per Post bestellt und, chaotisch wie sie nun mal ist, regelmäßig den Überblick verliert, behält sie das Kind. Allerdings muss sie sich erst mal an den mustergültigen Konrad gewöhnen, der so ganz anders ist als sie. Doch sie schließt ihn ins Herz. Und als die Macher der Konservenfabrik die irrtümlich zugestellte Lieferung wieder abholen wollen, setzt sie alles in Bewegung, damit der Konrad bei ihr bleiben kann.

 

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer


Michael Ende
Ersterscheinung: 1960
Verlag: Thienemann
ISBN: 978-3522183970

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer sind zwar ein höchst ungleiches Gespann, aber allerbeste Freunde. Gemeinsam mit der Lokomotive Emma verlassen sie ihr geliebtes Lummerland, um eine neue Heimat zu finden. Die erste Station ihrer Reise ist China  Mandala, wo sie von der entführten Kaisertochter hören und beschließen, diese aus den Fängen der Drachen zu befreien. Ein großartiges Abeteuer beginnt, in dem die beiden auf Scheinriesen, Seeräuber und Halbdrachen treffen – und am Ende nicht nur die Kaisertochter retten, sondern auch Licht ins Dunkel um Jims Herkunft bringen.

 

Der Räuber Hotzenplotz


Otfried Preußler
Ersterscheinung: 1962
Verlag: Thienemann
ISBN: 978-3522105903

Der Räuber Hotzenplotz hat Großmutters geliebte Kaffeemühle gestohlen! Also machen sich Kasperl und Seppel auf den Weg, um diese aus den Fängen des wilden Räubers zu befreien. Dabei werden sie nicht nur vom Hotzenplotz selbst gefangen, sondern landen auch noch in den Fängen des bösen Zauberers Petrosilius Zwackelmann. Eine Kasperlgeschichte mit den üblichen Verdächtigen: der Großmutter und dem Polizisten, einer guten Fee und dem bösen Zauberer – und doch kein bißchen langweilig! Der Räuber Hotzenplotz besticht durch Wortwitz und Charme, Ideenreichtum und jeder Menge guter Laune!

 

Für Kinder ab drei:

Kinderbuchklassiker für Knder ab drei.

 

Lasse im Blaubeerland


Elsa Beskow
Ersterscheinung: 1901
Verlag: Urachhaus
ISBN: 978-3825176761

Der kleine Lasse zieht in den Wald, um Beeren für den Geburtstag der Mutter zu sammeln. Zu seiner großen Enttäuschung findet er nichts – bis der Beerenkönig zu ihm kommt. Er zaubert Lasse winzig klein und nimmt ihn mit ins Beerenland, wo die Farne wie Palmen groß sind und Mäuse ihn in einer Kutsche ziehen. Gemeinsam mit den Beerenkindern kann Lasse seine Körbchen füllen. Eine wunderbare Geschichte: in Reimform erzählt und liebevoll illustriert, bezaubert sie gerade durch den Perspektivwechsel von groß nach klein – und wieder zurück.

 

Frederick


Leo Lionni
Ersterscheinung: 1967
Verlag: Beltz
ISBN: 978-3407760074

Alle Mäuse sammeln fleißig Beeren und Nüsse, um sich auf den Winter vorzubereiten. Nur Frederick nicht. Er sitzt auf einem Stein und lässt sich die Sonne ins Gesicht scheinen. Frederick sammelt Sonnenstrahlen, Wörter und Farben. Als die Vorräte der Feldmäuse aufgebraucht und die Wintertage noch immer nicht zu ende sind, kommen Fredericks Vorräte zum Einsatz. Er verzaubert seine Mäusefreunde mit Geschichten und schafft es, Bilder des Sommers in der kalten Mäusehöhle entstehen zu lassen. Eine Geschichte, die auf ganz einfache Weise zeigt, dass es mehr gibt als materiellen Besitz. Ein wundervolles Beispiel dafür, dass Anderssein seine Berechtigung hat und eine Bereicherung sein kann für die Gemeinschaft.

 

Der Maulwurf Grabowski

Luis Murschetz
Ersterscheinung: 1972
Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3257005424

Der Maulwurf Grabowski lebt unter einer grünen Wiese und wirft zum Ärger des Bauern einen Maulwurfhügel nach dem anderen auf. Idylle pur! Als dann aber große Bulldozer und Baumaschinen auf die Wiese kommen und diese in eine Großbaustelle verwandeln, ändert sich alles. Der kleine Maulwurf muss sich aufmachen auf eine gefährliche Reise, um einen neuen Lebensraum zu finden. Der Maulwurf Grabowski ist unverkennbar ein Buch der frühen Umweltbewegung – und bis heute aktuell. Auf kindgerechte und liebevolle Weise macht es auf die Zerstörung von Lebensräumen aufmerksam und sensibilisiert schon Kindergartenkinder für Umweltschutz.

 

***

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3 Kommentare

  1. Durch Zufall bin ich über diesen Beitrag gestolpert – so schön!
    Ich freue mich immer lange auf die Bücher, die ich in den kommenden Jahren vorlesen kann und nehme auch jetzt gerne Bücher aus meiner Kindheit in die Hand um diese vorzulesen.

    Aktuell mögen meine Kinder (5 und 3) gerne:
    „Der kleine Mann“ von Erich Kästner (wir sind jetzt beim zweiten Band angekommen, aber ich habe den Eindruck, dass ist für den Lütten noch zu unübersichtlich)
    „Michel“ und „Die Kinder aus Bullerbü“
    „Nils Holgersson“ und einige der schon von dir vorgestellten.

    Immer wieder gerne lesen wir:
    „Das kleine Ich bin Ich“ (das war auch mein Lieblingsbilderbuch und ist es immer noch)
    „Es war einmal ein Mann“ und
    „Der glückliche Löwe“

    Ich freue mich auch schon sehr darauf, irgendwann „Die unendliche Geschichte“, „Ronja Räubertochter“, die Geschichten vom „Kleinen Vampir“, „Mein Urgroßvater und ich“ und das „Doppelte Lottchen“ vorzulesen.

    Ich könnte stundenlang über Kinderbücher, aktuelle und ältere sprechen und freue mich sehr über die Buchrezensionen auf deinem schönen und interessanten Blog – weiter so!

    • Tausend Dank für dein tolle feedback!Ich freue mich riesig!

      Der Kleine Mann ist der Tipp überhaupt! Den hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Was freue ich mich, den bald vorzulesen!
      Und der glückliche Löwe gehört zu meinen liebsten Bilderbüchern.

  2. Ich bin auch riesiger Kinderbuchfan und auch ich mag die Mischung aus alt und neu. Ich habe viele Bücher meiner Kindheit über booklooker gebraucht gekauft, die es heute nicht mehr gibt. Aber um mal bei denen zu bleiben, die man noch heute regulär nachkaufen kann, obwohl sie schon in meiner Kindheit (ich bin 35) vorgelesen wurden – und zum Teil noch früher. Davon sind diese meine Favoriten, die mir spontan einfallen (reihenfolge willkürlich):

    1. Das schon erwähnte Das kleine ich bin ich bin Mira Lobe
    2. Valerie und die guteNacht-schaukel. Ebenfalls von Mira Lobe. Soooo ein tolles und für damailie Verhältnisse modernes Buch. Wunderbar für Väter mit Töchtern. Hier ist es das Einschlafbuch wenn Papa unsere Große ins Bett bringt. Ich darf es nicht lesen :-)Aber beim Mithören geht mir immer das Herz auf.
    3. Das kleine Blau und das kleine Gelb von Leo Lionni (wenig Text, trotzdem sehr schön!)
    4. Mein Esel Benjamin (mein Lieblingsbuch als Kind!)
    5. Nein ich will noch nicht ins Bett von Astrid Lindgren

    Das sind so die, die mir psontan einfallen.
    Aber alles eher so Vorschulalter bis maximal 1. Klasse.

    Ich habe damals dann als ich slebst lesen konnte die Nesthäkchen-Bücher von Else Ury gern gelesen.

    Der kleine Mann haben wir als Hörspiel, gesprochen vom wunderbaren Hans Clarin. Auch zu empfehlen!

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