Faule Mütter

Faule Mütter - warum mehr Gelassenheit den Alltag mit Kindern erleichtert und faule Mütter ziemlich gue Mütter sei könnenPhoto by Benjamin Manley on Unsplash

Egal, wohin ich schaue: ich höre, sehe und lese immer: als Mutter musst du mehr tun. Du musst die Beste sein, oder es immerhin versuchen. Einfach nur gut reicht nicht. Schließlich sind wir Mütter. Es geht um das Wertvollste im Leben. Und dafür müssen wir uns bitteschön nach allen Regeln der Kunst den Arsch aufreißen.

So lavieren wir Mütter regelmäßig irgendwo zwischen Nervenzusammenbruch und Selbstaufgabe – immer bemüht, die Grenze der Duchschnittlichkeit zu verlassen. Immer auf der Hut, nichts falsch zu machen. Und trotzdem irgendwie nie genug, weil es natürlich immer jemanden gibt, der es “besser” weiß, “anders” macht oder uns – aus welchen Gründen auch immer – gänzlich die Kompetenz abspricht.

So ist es egal, ob wir Vollzeit arbeiten gehen (“die armen Kinder!”) oder ganz zu Hause bleiben (“die faule Mutter!”), ob wir vegane Dinkelbratlige kochen (“das Kind braucht doch was “ordentliches” zu essen!”) oder jeden Tag im Steakhaus essen gehen (“weiß der überhaupt, wo Zuhause ist???”). Es spielt keine Rolle, ob wir unsere Kinder täglich baden (“die Haut!!!”) oder nur ein mal im Monat (“die Hygiene!!!”), ob unsere Kinder Einzelkind sind (“die Sozialkompetenz!”) oder viele Geschwister haben (“die Zuwendung!!!”).

Egal, wie man es macht: irgendwer findet es immer falsch. Am Ende auch einfach nur das Kind, weil die Brotbox falsch gepackt, die “blöde” Badehose gekauft oder das “eklige” Gemüse gekocht wurde. Elternsein ist was für Fortgeschrittene. In diesem Sinne plädiere ich dann gleich folgrerichtig für die

Faule Elternschaft

Ja, ihr habt richtig gehört! Ich bin ein großer Anhänger davon. Der Grundgedanke dahinter ist allerdings nicht, die Kinder zu vernachlässigen oder ihnen bewusst keine gute Mutter mehr zu sein. Im Gegenteil! Ich für mich (jetzt ganz persönlich gespochen) bin meinen Kindern eine umso bessere Mutter, je weniger die Nerven vor Überforderung am Anschlag sind. Und das ist der Fall, wenn ich weniger mache, nicht mehr. Weil das vermutlich auch anderen Müttern so geht, hier ganz knackige fünf Tipps, wie du deinen Kindern eine faule Mutter bist.

Warum faule Mütter ziemlich gute Mütter sei können und mehr Gelassenheit im Alltag das Leben mit Kindern erleichtert

Photo by The HK Photo Company on Unsplash

1: Lass sie machen

So oft sind wir da, helfen und machen – und meinen, dem Nachwuchs damit etwas Gutes zu tun. Aber Kinder wollen oft gar nicht permanent beaufsichigt und bespaßt werden. Oft brauchen sie unsere Hilfe gar nicht. Weil sie es selbst können. Oder, nach ein bißchen Herumprobieren, einen anderen – mitunter unkonventionellen – Weg finden, um ans Ziel zu kommen. Wenn wir uns zurücklehnen, unsere Kinder machen lassen und nur dann helfen, wen unsere Hilfe ausdrücklich gefragt ist, dann gewinnen gleich alle Beteiligten: wir ein Stück Ruhe und unsere Kinder die Möglichkeit, selbstwirksam tätig zu sein.

2: Sterben sie davon?

Müsli zum Abendessen weil das Brot leer ist? Heute wieder nicht das Kind geduscht? Keine frischen Socken mehr im Schrank, also dann doch die vom Vortag? Ein Kind, das unbdingt ohne Jacke im Regen spielen will? Das Leben ist manchmal unplanbar. Kinder noch viel mehr! Kein Grund, sich permanent Sorgen oder ein schlechtes Gewissen zu machen. Und ebenfalls kein Grund, sich in dauerhaften Konflikten mit den Kindern zu verstricken.

Die Frage: “sterben sie davon?” ist vermutlich etwas überspitzt. Die weichgespülte Version könnte heißen: “nimmt tatsächlich jemand Schaden?” Und das kann sowohl beim abendlichen Müsli, den ungeduschten Kindern, als auch bei den Zweitagessocken verneint werden – je nach Konstitution der Kinder im Regelfall auch beim Spaß im Regen.

Heißt nicht, dass du jedem Konflikt aus dem Weg gehen, gar nicht mehr Wäsche waschen oder dich nie wieder selbstkritisch hinterfragen sollst. Aber vielleicht einfach nur dann, wenn es auch Sinn macht.

3: Verantwortung abgeben

Schon wieder die falsche Brotbox gepackt? Gib die Verantwortung ab! Kinder können schon früh selbst (in einem altersgemäßen Rahmen) Verantwortug für die eigenen Belange übernehmen. und natürlich kann ein Grundschulkind seine Brotbox selbst packen. Schon ein Vorschulkind kann dafür Sorge tagen, dass die Schmutzwäsche den Weg in den passenden Behälter findet. Kleine Aufgaben im Haushalt können schon früh übernommen werden. Und auch Schuldinge (wie das Erledigen der Hausaufgaben, das Packen der Schwimmtasche am richtigen Tag oder das Herausräumen der Brotboxen vom Schulranzen in die Spülmaschine) können vom Kind eigenverantwortlich geregelt werden.

Vorraussetzung dafür ist, dass wir wirklich bereit sind, Verantwortung auch abzugeben. Und wir damit leben können, wenn die Dinge am Ende vielleicht nicht hundertprozentig so laufen, wie wir sie uns vorstellen. 😉 (was nicht heißt, dass sie nicht laufen.)

4: Mach dich frei

von den Vorstellungen der anderen. Es ist egal, was deine Schwiegermutter oder die Nachbarin denken. Es spielt keine Rolle, was selbsternannte Supermütter auf Instagram kochen. Du musst dieses Leben mit deinen Kindern leben. Also gestalte es. Nach deinen Bedürfnissen. Nach den Bedürfnissen deiner Kinder. Ihr wisst am besten, was für euch funktioniert und was nicht.

Mach dich auch frei von alten Glaubenssätzen. Nicht alles, was wir an Überzeugungen in uns herumtragen, ist es auch wirklich wert, gelebt zu werden. Nur weil man “immer schon” die Bettwäsche gebügelt hat, musst du das nicht auch tun. Nur weil es “sich so gehört”, dass Kinder zuerst die Hausaufgaben machen und dann spielen, muss das bei euch nicht auch zwingend so sein.

5: Gönn dir selbst ein gutes Leben

Mein größter Fehler als Mutter? Dass ich meine eigenen Bedürfnisse so lange vernachlässigt habe! Wenn die Kinder noch klein sind, ist es gut und richtig, ihre Bedürfnisse in den Fokus zu rücken. Nur vergessen viele Mütter, irgendwann später auch wieder auf sich selbst zu schauen. So auch ich.

“Bedürfnisorientiert” heißt aber, dass die Bedürfnisse aller Familienmitglieder gesehen und ernst genommen werden. Konkret heißt das: wir dürfen und müssen uns auch selbst ernst nehmen. Ab einem bestimmten Alter ist es zumutbar, noch einen Augenblick zu warten, weil du noch die Seite im Buch zu ende lesen oder deinen Kaffe heiß trinken willst, bevor du wieder mit den Kindern spielst. Es ist okay, wenn du nich pausenlos Lust hast, Sandkuchen zu backen, sondern gerne dein Gesicht in die Sonne hälst und den spielenden Kindern zuschaust. Du musst nicht in Dauerschleife Helene Fischer im Auto ertragen, nur weil dein Fünfjähriger sie so gerne hört. (Beispiele wie immer völlig aus der Luft gegriffen. Parallelen mit vor Ort lebenden Fünfjährigen rein zufällig 😉 ).

Natürlich gehört zum Elternsein dazu, dass wir auch immer wieder Dinge tun, zu denen wir nur mäßig Lust haben. Das ist gut und richtig, weil es auch zeigt: “ich mag dich. Ich mache das für dich!” – genauso wichtig ist aber, dass wir beginnen, auch wieder Dinge für uns zu machen. Nicht nur, weil wir auch in Sachen Selbstfürsorge und Selbstliebe Vorbilder sind für unsere Kinder. Auch, weil wir es ganz einfach verdient haben.

 

***

Hat dir mein Artikel gefallen? Dann freue ich mich, wenn du diesen Artikel weiter teilst. Wenn du regelmäßig auch meine nächsten Artikel lesen magst, folge mir auf der Kakaoschnuten-Facebookseite oder auf Instagram.  Dort kündige ich neue Artikel regelmäßig an. Seit Neustem gibt es Kakauschnuten auch auf Pinterest, wo du meine Artikel auch pinnen kannst. 😉 Auch über Rückmeldungen in Form von Kommentaren unter meinen Artikeln im Blog freue ich mich riesig!

92 Kommentare

  1. Du sprichst mir sowas von aus der Seele. Meine Kinder müssen sich auch meistens selbst beschäftigen (habe 4), und ja, Ihnen ist langweilig und sie nerven rum. Aber damit müssen sie selbst klar kommen und tun Sie erstaunlich gut. Ich mache natürlich Essen, putze und geh mit den Kleinen raus. Aber meine 3 Jährige geht auch allein raus und klingelt mal bei den Nachbarn. Wir haben Regeln und Grenzen usw. So stinknormal irgendwie….

  2. Sehr schöner Beitrag!

    Vor allem der letzte Punkt kann gar nicht oft genug erwähnt werden!
    Bedürfnisorientiert wird leider so oft falsch interpretiert.
    Gut, dass du das nochmal beleuchtest.

    Ich habe das ähnlich erlebt wie du: Jetzt wo das Kind älter ist, stehen meine Bedürfnisse wieder im Fokus und das fühlt sich verdammt gut an.

    Eltern, die sich gut um sich selbst kümmern, sind meiner Meinung nach die besten Vorbilder.

    • Den letzten Satz unterschreibe ich ganz dick! Es passiert so schnell, sich wohlmeinend selbst aufzugeben – aber setzt völlig falsche Signale.

  3. Ganz toll geschrieben und auf Punkt gebracht. Auch die Rückmeldungen finde ich toll. Ich bin Erzieherin und liebe meine Berufung und ich liebe es auch Mutter und Ehefrau zu sein. Genau wie du sagst, jeder von uns hat ein Leben und die Kinder sollen dies auch lernen und sehen. Denn, so wie wir leben werden sie auch eines Tages leben. Vielleicht. Ich bin sehr froh, dass ich mit 6 Jahren mein Pausenbrot selbst vorbereiten musste und im Regen durfte ich auch mal spielen. Strenge Erziehung aber ich wurde geliebt. Ich finde dein Beitrag toll und ich hoffe die Leser und Leserinnen nehmen deine Worte zu Herzen und denken darüber nach. Ich meinerseits bedanke mich ganz herzlich für die tolle Worte. Chati

  4. Schön geschrieben! Für mich Alltag, wir ziehen uns öfter zurück und machen ruhige Gammeltage. Wir brauchen das ❤️. Danke für diesen Text.

  5. Danke!!!
    Da schicke ich mein schlechtes Gewissen vor die Tür und lass es morgen nicht mehr rein.

  6. Genau so, wie dieser Beitrag verfasst ist, lebe ich es tatsächlich. Ich bin die jüngste Mutter aus der 4. Klasse (bin 27) und werde schräg angesehen. Und? Es ist mir bockegal. Mein 10-jährigem Kind hilft im Haushalt mit, geht alleine mit anderen Kindern raus, und beschäftigt sich und lernt auch selbstständig! Auch trägt er mal Socken 2 Tage oder läuft mit vollgekritzelten Armen herum. Was natürlich nicht bedeutet, dass ich nicht da bin. Aber na und? Sollen mich die Supermamis doch für blöd halten – die landen später eher mal im burnout durch ihre Helikopterallesmusssaubersein Einstellung eher im Burnout als eine Mama, die gelassener damit umgeht, und Dinge „auch mal liegen lässt“ Ich habe keine Lust mehr auf diese „perfekteMutterGesellschaft“ und bin aus dieser konsequent ausgetreten. 👌🏻

    • An mein Herz! Ich bin auch ausgetreten und es fühlt sich wunderbar leicht an. 😉

      • Ich war “irgendwie” noch nie dabei ;o) Mein Sohn wollte schon immer die Richtung vorgegeben, und ich habe ihn weitestgehend gelassen. Ich stand schon früh vor der Entscheidung “mich selbst aufzugeben” – um ihn ständig zu kontrollieren, oder “mich bewusst zu erleben” und seinen Weg mit ihm zu gehen. Es hat was mit dem Vertrauen zum Kind zu tun, ihm bzw. den Kindern auch mal etwas zuzutrauen. Er soll lernen, sich durch zu setzen, da bin ich die erste, an der er fürs Leben testen kann – und das soll er. Kinder die nichts dürfen, werden zu Erwachsenen, die nichts können. Ich frage mich ernsthaft, warum viele Eltern vergessen, was sie selber in der Kindheit am liebsten wollten?! Hatten die jetzigen Eltern in ihrer Kindheit das Gefühl, es wurde sich zu wenig um sie gekümmert, weil sie das jetzt beim eigenen Sprößling bis zur Perfektion, besser machen wollen, bis zur Selbstaufgabe? Ich bin jeden Tag die beste Mutter, die ich sein kann – aber nur, weil ich nicht vergessen habe, das es mich auch noch gibt! Von Herzen ein großes DANKESCHÖN liebe Katja, für deinen wirklich tollen, ehrlichen und authentischen Beitrag! Ich drück dich, LG Diana

      • Die frage, warum viele Eltern vergessen, was sie selbst in der Kindheit am liebsten wollten, trifft den Nagel auf den Kopf. Danke!

  7. Auch ich war eine “faule” Mutter , meine Kinder waren frustriert draußen in der Natur ohne ständige Aussicht, waren oft voll Dreck und manchmal gab’s Frühstück zum Nachtmahl. Sie wurden zu wunderbaren, selbständigen hilfsbereiten Erwachsenen. Übrigens… Auch ich würde von “faulen” Eltern mit viel Freiheit aufgezogen und bin ihnen sehr dankbar dafür.

  8. Sehr schön geschrieben….und so war! Aber dahin zu kommen, dauert etwas! 😉 Meine Schwester mit ihrem kleinen Sohn fragte mich mal, wann wird es besser (!!??) und wie kann ich so gelassen werden, wie du? Ich sagte nur, schafft euch noch ein zweites Kind an! 😀

    Man legt nicht mehr nur den Fokus auf einen Zwerg und jedes Kind lernt damit umzugehen. Irgendwann schreit auch das eigene Herz nach seinen Bedürfnissen!

    Und wirklich jeder weiß: Happy Mom – Happy Family!

    • Eine wunderbare Antwort an deine Schwester! Ich wurde tatsächlich auch mit jedem Kind ein ganzes Stück gelassener.

  9. Cathrin

    Danke! War gerade beim Elterngespräch und fragte mich, ob ich meinen Kindern die Zukunft verbaue, weil ich nicht jeden Tag ein oder mehrere Stunden über den Hausaufgaben schwitze mit ihnen. Es sind ihre Hausaufgaben. Nicht meine. Mit dieser Einstellung bin ich hier sehr allein. So kommt es mir jedenfalls vor.
    Ich freu mich an den 6 Rackern, die ich (verwitwet) allein grossziehen darf. Sie sind sehr selbständig. Ich glaube sie machen ihren Weg. Und später erinnern sie sich hoffentlich gern an spontane verrückte gemeinsame Ausflüge, tanzen im Regen und nachher Gewitter vom warmen Haus aus bestaunen, an Samstagsfrühstück im Schlafanzug so halb 11. Ja das wäre schön. Ich zumindest mag diese Erinnerungen jetzt schon. 😊

  10. Toller Text!

    Wo steht denn bitteschön, das man Müsli nur morgens essen darf? Das gibts bei uns dann, wenn man Bock drauf hat.😊

    Und bügeln wird VÖLLIG überbewertet😉😂

    Vor allem: was für ein Vorbild sind wir unsren Töchtern denn, wenn sie sehen Mama geht immer am Anschlag? Nö. Das muss nicht sein….

    • Ganz genau! Jede Familie soll bitteschön selbst feststellen, wie und auf welche Art sie leben will.

  11. Manuela

    Top geschrieben ich darf mir auch oft anhören das ich faul bin mein Mann Arbeitet und ich bin ganzen Herzen Hausfrau und Mutter

    • Auch das ist Arbeit – wenn auch eine wenig wertgeschätzte und gesellschaftlich kaum angesehene. 😉

  12. Alexandra Kreitzer

    Hallo, tolle Beiträge!! In dieser irren Welt mit immer höheren Ansprüchen und immer schnellerer Geschwindigkeit finde ich es super, dass es noch Gleichgesinnte gibt! !ich hoffe, dass es in Zukunft wieder mehr davon werden, wenn die Leute sehen, dass die immes hohen Erwartungen ohnehin niemals erfüllt werden können…
    Glg

    • Danke für dein tolles Feedback! Und ja, ich finde tatsächlich: eien Ganz zurückschalten schadet ganz sicher nicht.

  13. Barbara

    Ich finde es toll, dass sowas laut ausgesprochen wird. Ich bin alleinerziehende Oma und kriege den Wahnsinn dieser vermeintlichen Supermütter täglich aufs neue mit.
    Der Text ist super geschrieben und trifft es voll.

  14. Michaela

    Danke danke danke für den Artikel. Werd ich mir speichern zum nochmal lesen bei Bedarf.

  15. Charlotte

    Ich finde es ja alles toll geschrieben. Und auch die Kommentare. Aber wer sind denn die Mütter die mit den Fingern auf andere zeigen und meinen sie könnten es besser, haben es besser usw.. das ist wie die Menschen die NIEMALS!!!! bei MC Donald essen gehen würden. Jeder sagt IIiiiihhhh da geht man nicht essen aber der Besitzer ist einer der reichsten Menschen der Welt 😂😂😂.
    Also ich als Mama von vier Mädels und Tagesmutter sehe das ganz genauso. Aber würde das hier nur einen Tag aussehen als hätten hier 7 Kinder frei gespielt dann würde ich meine Tageskinder wahrscheinlich nicht Wiedersehen. Denn Eltern verbinden ein sauberes Haus mit toller Erziehung. Oh guck mal wie gut die beides im Griff hat.. dann müssen die Kinder ja ordentlich erzogen sein wenn es so sauber aussieht… Ja wir leben in einer tollen Gesellschaft heutzutage. Und es wird noch schlimmer werden. 👍🏻👍🏻👍🏻

    • Vermutlich gelten bei Menschen, die zu Hause “fremde” Kinder betreuen in der Wahrnehmung der anderen dann doch andere Regeln… Warum auch immer.

  16. Da steht alles drin was man zu dem Thema wissen muss: Der Leitfaden für faule Eltern von Tom Hodgkinson ; )

  17. Hallo das ist ein sehr guter Beitrag und ich glaube jede Frau die ihn liest wird sich sowas von wieder finden. Den für die heutige Zeit ist es nicht einfach für Mütter. Und man macht sie immer so viele Gedanken über alles mach ich alles richtig. Wir Frauen führen ein kleines Unternehmen das nennt man Familie und dan ist es immer noch nicht richtig. Lg

    • Dieser ständigen Kritik von außen können wir uns aber ganz eifach verweigern. Ich will die gar nicht mehr hören.

  18. Spätestens bei Helene Fischer im Auto für den Fünfjährigen hattest du mich 🙂
    Passt alles wie die Faust aufs Auge, danke.

    • Irritierend, oder? Hier in Kombination mit Sido – spätestens dann wird es wirklich schräg. 🙂

  19. Super Bericht! Ich habe mal gelesen, dass sich ein Kind,an die Familie anpassen muss und nicht umgedreht. Stimmt so! Selbstverständlich unabhängig von den natürlichen Bedürfnissen! Ich habe meinen Kindern lange die Flasche gehalten beim Trinken. Einfach weil’s viel einfacher war, für mich. Habe manche Kritik einstecken müssen. Meine Antwort: wenn Sie erwachsen sind, können sie sicher alleine trinken 😊 Tatsächlich, sie haben es geschafft.

  20. Sandra K.

    Ja liebe Katja, genau nach diesen Prinzipien hab ich meine Kinder erzogen. Bin immer in Teilzeit arbeiten gegangen. Heute sind sie 27 und 18 Jahre alt. Beide sind sehr selbstständig. Machen ihr eigenes Ding. Wenn Not an Mann ist sind wir als Eltern immer da. Das wissen sie und das ist gut so.
    Das Problem ist doch heute das die Kinder zuwenig Grenzen und Regeln kennen lernen. Darum funktioniert meines Erachtens so manches im Alltag nicht. Und deshalb kommt manche Mutter hier ins Straucheln.
    Ich kann allen Müttern hier nur sagen, schaltet in eurer Hyperaktivität etwas zurück, trinkt ne gute Tasse Kaffee /Tee und setzt den Kindern konsequent Grenzen. Dann klappts auch mit der Selbstliebe. Und glaubt mir -es gibt ein Leben nach dem Erziehen der Kinder.
    Ich erleb das grade und das fühlt sich gut an! !!!

    • Vermutlich muss da jeder einen eigenen Weg im Elternsein finden. Aber mal zurücklehnen und durchatmen ist nie verkehrt, glaube ich.

  21. Ja, „schön geschrieben“, um mich den vorhandenen Kommentaren anzupassen. Aber hoffentlich verzweifelt die coole ‚faule‘ Mutter nicht nach kurzer Zeit daran, dass die Schmutzwäsche statt am vorbestimmten Ort auf dem Fußboden des Kinderzimmers rumlümmelt oder die Brotbox am Morgen vor Schulbeginn erst mal aus dem Ranzen geborgen und gereinigt werden muss (nur um mal zwei Dinge zu nennen). Meine Erfahrung lehrt, dass dem Nachwuchs der Sinn für ein wenig Ordnung leicht abhanden kommt (und dabei sollten sie es doch mal einfacher haben als der Vater). Das hat Einfluss auf Berufsleben und Erfolg. Eine gewisse Portion ‚Lenkung‘ darf schon sein.

    • Jeder muss da seinen eigenen Weg finden. Hier klappen sowohl Brotboxen ausräumen, als auch das eigenverantwortliche Hausaufgaben erledigen. Länger schon als ein paar Wochen übrigens. 😉 🙂

  22. Jennifer

    Super Text, danke!
    Übrigens kannte meine Tochter ca. 7 Jahre lang das Bügeleisen nur von den Bügelperlen und dachte, das sei ausschließlich dazu da :-). Bis ich dann man die Stolas gewaschen und gebügelt habe ….

    • Wir haben gar keines Mehr (das merke ich aber tatsächlich auch nur an den Bügelperlen 😉 )

  23. Ausgezeichnet . Meine sechsjährige schafft es zwar noch nicht, ihre dreckigen Sachen in den Wäschekorb zu packen (bei der 4jährigen klappt es besser), aber faule Elternschaft praktiziere ich auch mit Erfolg.^^

  24. Super geschrieben, trifft sehr viel wirklich zu wenn man sich es eingesteht….
    Die Umsetzung braucht allerdings Überwindung …
    Ich werde jetzt mal versuchen ein paar Sachen zu ändern , das mein Nervenkostüm nicht mehr so beansprucht wird ….
    Lg Nadine

  25. Fuechsin20

    Super Beitrag! Zurückblickend darf ich sagen: “Vieles richtig gemacht.” Aber ich sehe es heute an meinen Kindern (mittlerweile 26 und 29), dass es nicht schadet, ihnen einiges zuzutrauen, loszulassen, soweit es der Mutterinstinkt zulässt, und sie auch mal machen läßt. Ich arbeite im pädagogischen Bereich und könnte ob des “Übertrumpfungswahns” und nach außen präsentierten Perfektionismus die Hände überm Kopf zusammenschlagen. Ein kräftiges “Hallelujah” auf jede Mutter und jeden Vater, die ihr Kind mit einem gesunden Instinkt wahrnehmen und begleiten und nicht dieser ferngesteuerten Showmasse folgen!

  26. Danke für den Hinweis. Die Tastatur war kaputt. Offenbar habe ich bei der Korrektur nicht alle fehlenden Buchstaben entdeckt.

  27. Danke für den Beitrag! Ich bin definitiv auf der “faulen Seite”, obwohl sogar ich einiges erst lernen musste. Meine größte Erkenntnis: bei uns gibts tolle Restaurants, die Essen liefern. Ein großes “Danke” an meine Kleinen, denn ohne sie hätte ich mich eher nicht über z.B. äthiopisches Essen getraut. 😉

  28. Heike Guderle

    Vielen Dank Sie sprechen mir aus der Seele. Ich habe auch 3 Kids(11,3 und 8)Meine 2 Kleinen spielen viel allein nur mein grosser braucht Aufgaben,ihn ist es immer langweilig.Dann erhält er diese. Um so mehr Kinder man hat so gelassener wird man auch. Für mich habe ich jahrelang auch nicht viel getan aber seit dem ich von der Kur da bin,gehe ich 3mal pro Woche in Sport und das tut einfach gut.Da ich im 3 Schichtsystem arbeite brauche ich ein Ventil zum ablassen,das gibt mir der Sport.

    • Hier gibt es auch einen, der sich oft langweilt. Mit dem selben Lösungsansatz 😉

  29. Ich bin zwar keine Mama, sondern ein Papa, aber der Artikel trifft es zu 100%!
    Gefällt mir sehr gut.

  30. Barbara

    Wunderbarer Artikel! Vielen Dank!
    Vor vielen Jahren (meine Töchter sind längst erwachsen) hatte ich mal einen Anflug von schlechtem Gewissen, dass ich sie fast immer alleine habe spielen lassen. Also rein ins Kinderzimmer, zu den Kids auf den Boden gehockt und Lego gespielt. Meine Girls haben erst komisch geguckt, dann ein wenig herumgedruckst und schliesslich gesagt: “Mama, bitte geh’ wieder raus – wir wollen jetzt spielen!” Ich war selten so glücklich….!

    Was Sie schreiben, kann ich 100% unterstützen. Eine glückliche Normal-Mama ist für das Kind viel hilfreicher als eine (zwangsläufig) überforderte Supermutter. Und nicht zu vergessen:
    Wir haben nur 18 Jahre Zeit, unseren Kindern alles Wesentliche zu vermitteln, was sie für ein selbständiges Leben brauchen – inklusive “Ausprobierzeit” im Jugendalter.
    Viel Glück allen Mamas und gutes Gelingen!

    • Eine wunderbare Geschichte, danke! Hier brauchen die Kinder tatsächlich beides. Eltern, die mal mitspielen – aber auch ungestörte Zeit alleine…

  31. Melanie

    Wie war das mit dem perfekt sein müssen….😉 Ist doch egal, ob da ein paar Tipfehler im Text sind, die Hauptsache ist doch die Aussage dahinter und die haben glaube ich alle verstanden 👍🏻

    Super geschrieben!!!

    • Tippfehler ärgern mich tatsächlich auch sehr. Ich habe dank kauptter Tastatur nahezu jedes Wort korrigieren müssen… Im Normalfall bemühe ich mich aber tatsächlich um fehlerfreie Texte. 😉 Danke für deine lieben Worte!

  32. Ich muss gerade etwas schmunzeln, ich bin dann wohl auch eher die faule Mutter. Meine Tochter darf mit 6 Jahren gerne ihre Wäsche selbst in den Korb räumen und sich aussuchen was sie essen möchte. Wenn sie kein Hunger haben gibt es eben nur mal nen joghurt und Obst. Mei sie werden nicht gleich verhungern der Körper sagt es ihnen schon wenn er Bedarf hat. Noch dazu springe ich nicht 4 bis 5 Stunden mit den Kindern draußen rum. Wenn es zu sehr regnet und die kids lieber mal drin bleiben wollen sehe ich das auch nicht so eng. Bei mir wird nicht jeden Tag gewaschen gesaugt usw. Wir leben hier und das darf man auch gerne sehen! Ich lasse mir da auch kein Druck von anderen machen, bekomme in ein paar Wochen das 3 Kind. Und mir ist sehr bewusst das jedes Kind andere Bedürfnisse hat. Das es allerdings tatsächlich möglich ist einen gemeinsamen Nenner zu finden um jedem Kind gerecht zu werden. Falls man dies überhaupt kann! Da das eine lieber Ruhe haben möchte mit 14. Die andere mit 6 Jahren draußen Fahrrad fahren möchte und das Baby dann eben im Kinderwagen den persönlichen Fahrer hat. Nein eigentlich einige Fahrer. Es wird immer jemanden geben der diese Erziehung nicht gut findet. Solange wie es mir damit gut geht und den Kindern auch mache ich mir da keinerlei Gedanken!

  33. Tamina Schulz

    Faul ist langweilig.
    Und solange man es kann, macht man die Arbeit doch gerne.
    So schnell sind die Kinder gross und aus dem Haus. Da bleibt doch genug Zeit für sich und mal die Füße hochlegen.

    • Vermutlich muss da jeder für sich selbet eine passende Lösung finden. Was für die eine Mutter stimmt, muss für die nächste nicht zwangsläufig richtig sein.

  34. Ein schöner und so wahrer Text. Ich arbeite immer noch an Punkt 1 bis 5. :-)) Es ist erstaunlich, wie lange man zum Beispiel Dinge für die Kinder tut, die sie längst selbst tun können: Ihre Brotdosen nach der Schule aus der Tasche holen, das Schwimmzeug selber packen, sich selbst Besteck aus der Küche holen (ok, an die Gläser kommen sie nicht ran, hm, obwohl sie an Süßigkeiten in derselben Höhe erstaunlicherweise doch rankommen). Und ich werde nie vergessen, wie erstaunt die Kinder waren, als ich zum ersten Mal einfach auf der Couch saß und nichts gemacht habe, nicht aufgeräumt, ihnen was zu Essen gemacht, gesaugt, gewaschen, durchs Haus gewuselt. Ist Mama kaputt? Mussten sie natürlich gleich testen und hatten irgendwelche Wünsche. Und ich habe darauf bestanden, einfach 5 Minuten mal sitzen zu bleiben, einfach so. Wann hatte ich das bloß verlernt?

    • Ja,. das hatte ich auch lange verlernt. Ich habe übrigens ganz besusst zumindest die Plastikteller, -becher und das Besteck in kinderfreundliche Höhen geräumt. So können selbst der Drei- und Fünfjährige den Tisch decken. 😉

  35. Ein ganz toller Artikel 😊
    Und ganz wichtig ist, dass Kinder SELBST kleine Dinge erledigen. Zb Gemüse schneiden, Pausenbrot einpacken oder die Spülmaschine ausräumen. AUCH wenn es dadurch länger dauert und nicht perfekt ist.
    Ich selbst habe das leider nicht gefördert, meinem Sohn zu viel geholfen und dadurch
    seine Selbstständigkeit gedrosselt.
    Das macht sich nun leider in der Schule 1. Klasse sehr bemerkbar.
    Allen Eltern von Kindergarten Kids kann ich wärmstens dieses Buch empfehlen:
    >Topfit für die Schule durch kreatives Lernen im Familienalltag<
    Hier gibts viele tolle Tipps, wie man die Kinder im normalen Alltag fördern kann.
    Auch ich hab erkannt, eine Mama, die sich ständig stresst, es allen immer recht machen zu wollen, ist dauernd unter Druck und das spüren die Kinder.
    Es ist so wichtig, mal alles liegen und stehen zu lassen und in den Tag hinein zu leben. Weniger ist oft mehr. Mehr an Qualität….Quality Time. Nimm dir die Zeit….sie geht zu schnell vorbei!

    • Ja, die Qualität spiel im Miteinander tatsächlich eine enorme Rolle. Danke für diese Gedanken zum Thema!

  36. Ich bin glaube ich faul ..mein Sohn ist 2 ,meine Wohnung ist kein Sauberkeitsparadies.Ich bin nicht das was man eine top Hausfrau nennt .lach. Ich taue oft auf was Mann gekocht hat, sehr arbeiten gehen zum Kind nicht als Auszeit. ich werde wieder arbeiten gehen wenn ich denke es ist gut .die Kinder werden so flott gross ich genieße jetzt unsre ausflüge kleine Dinge die für den kleinen ganz gross sind. Zum Thema Auszeit …ist ein Konzert ein Fest ein Festival für mich , keine zusätzlichen Arbeit.

    • Es gibt so viele Wege für Auszeiten. Was für den einen die Badewanne mit Buch ist, ist für den anderen ein Festival. 😉 Wichtig ist, sich Auszeiten zu nehmen, wenn man sie braucht.

  37. Ich bin dabei! Übrigens musste ich lachen über die Socken vom Vortag – gestern noch passiert :))
    Herzlichen Dank für deinen Artikel, Elske

    • Passiert öfter als angenommen. Ich bekomme sehr viele Rückmeldungen zu diesem Thema. 🙂

  38. Es ist leider nicht immer “normal”, was man selbst als “normal” empfindet. Ich habe früher meine damals 3 und 4 Jährigen gerne mal in den ca. 50 m entfernten Lebensmittelmarkt geschickt (kleines Dorf, wenig befahrene Straße, jeder kennt jeden) um z. B. eine Milch zu besorgen (habe mich darauf verlassen, dass die Verkäuferin richtig herausgibt 😉 was auch immer funktioniert hat). Leider kamen in ca. 80 % der Fälle meine Kinder nicht mehr alleine nach Hause sondern mit anderen besorgten Müttern, die mir klar machen wollten, dass mir meine beiden Geld gestohlen haben und ausgebüxt sind,…
    Erziehung zur Selbständigkeit ist heute anscheinend nicht mehr gefragt.

    • Das ist ja krass! Hier geht der Fünfjährige ganz selbstverständlich zum Bäcker. Der Dreijährige darf das allerdings nur in Begleitung seiner Geschwister. Aber auch das klappt. Manchmal frage ich mich ect, was aus Kindern wird, die bis zur Volljährigkeit auf jedem Meter begleitet werden… Irgendwann braucht ein Kind doch auch Raum zu üben, selbständig eigene Wege zu gehen…

  39. Schön geschrieben! Viele von Deinen Punkten sind bei uns auch so oder ähnlich im Alltag präsent.
    Wir haben allerdings die Schwiegermutter im Haus, die gerne abends ab und an mal das Babyphone nimmt. So können monatlich stattfindende Treffen im Freundeskreis regelmäßig von uns beiden Eltern besucht werden oder wir gehen einfach mal spontan ins Kino. Das feiern wir immer sehr.
    Ansonsten haben wir die Devise zu hinterfragen, ob uns bestimmte Dinge nur gerade auf den Geist gehen, weil wir eh genervt sind oder ob es wirklich etwas ist das uns stört. Trifft ersteres zu, drücken wir gerne mal die Augen zu, bei zweiterem sind wir dann auch einfach mal die doofen Eltern und setzen uns durch.

    Ich habe noch einen schönen Buchtipp, wir verschenken das Buch seit einigen Jahren immer gern an “Neu-Eltern” im Freundeskreis.
    Es ist das Buch “Leitfaden für faule Eltern” von Tom Hodgkinson. Er ist englischer Journalist, seine Frau auch und sie sind mit den drei Kindern irgendwann aus London hinaus aufs Land gezogen. Darüber schreibt er sehr humorvoll und ehrlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*