Nachhaltigkeit leben – und trotzdem Geld sparen

Für ein Zerowaste Leben in Nachhaltigkeit braucht es nicht vielPhoto by Laura Mitulla on Unsplash

Eineinhalb Jahre habe ich über den Gebrauch einer Haarseife nachgedacht. Grund dafür war mein Wille, Nachhaltigkeit zu leben und das Bad plastikfeier zu gestalten. Ich habe mich belesen, informiert, bei Freunden umgehört – aber keine Seife gekauft. Der Grund so einfach wie wenig zufriedenstellend: ich wollte es richtig machen in Sachen Nachhaltigkeit. Und weil ich nicht wusste, wie richtig geht, ließ ich es lieber ganz.

Warum ich diese wenig glorreiche Episode aus meinem Leben erzähle? Weil sie bezeichnend ist für das Thema Nachhaltigkeit. Es gibt so viele Bereiche, in denen wir nachhaltiger leben wollen. So vieles, was nach Veränderung schreit. Wir denken wertvolle Gedanken zum Thema. Wir schreiben lesenswerte Texte über Nachhaltigkeit. Aber wir komen zu selten ins Handeln. Dabei ist es egal, ob wir ein perfektes Zerowaste Leben leben. Ob wir ein 100% plastikfreies Bad hinkriegen. Es es ist okay, wenn wir Haarseifen nutzen, aber nach wie vor unser geliebtes Deo weiter verwenden. Wir müssen nicht den perfekten Weg gehen. Aber wir müssen loslaufen. Wir müssen Verantwortung übernehmen – in Worten und Taten.

Irgendwann habe ich eine Haarseife nebst passendem unverpackten Conditioner bestellt. Geliefert wurden die Produkte in einem Karton voller Styropor. Auch das ein Punkt, an dem ich hätte aufgeben können. Weil die Verpackung meine Intention ad Absurdum führte. Habe ich aber nicht. Es war ein erster Schritt. Nicht wirklich zielführend, aber ich kam ins Handeln. Da bin ich noch immer.

Ich bin nicht perfekt. Es gibt Tage, an denen ich mit meiner Tupperbox zum Metzger laufe und mir das Hackfleisch direkt abfüllen lasse. Es gibt Tage, da vergesse ich sie – und kehre mit einer Verpackung aus beschichtetem Papier heim. Das ist okay. Wichtig sind die kleinen Schritte, die sich am Ende zu einem großen Ganzen zusammenfügen.

Nachhaltigkeit ist nichts, wofür wir eine Weiterbildung nebst Diplom brauchen. Ein Zero Waste Leben bedeutet nicht, erst Investitionen über mehrere hundert Euro tätigen zu müssen. Im Gegenteil: Nachhaltigkeit bedeutet nicht, noch mehr zu kaufen. Auch wenn Edelstahl-Brotboxen oder Glastrinkflaschen ziemlich fancy aussehen mögen und einen per Fernwirkung schon als Umweltretter zu erkennen geben: jedes Teil, das wir nicht kaufen, ist gut. Je weniger wir konsumieren, je weniger wir neu kaufen, austauschen oder verbrauchen – umso besser! Denn auch Edelstahl-Brotboxen wachsen nicht in Vorgärten, sondern müssen produziert werden. Auch für schicke Jutebeutel werden Ressourcen verbraucht. Und auch die coolen Bambuszahnbürsten oder Haarseifen kommen nicht per (annähernd) klimaneutraler Brieftaube, sondern mit dem Paketboten ins Haus.

Zerowaste Nachhaltigkeit Text

Hier also fünf Tipps, wie du das Klima schonen und Nachhaltigkeit leben kannst – ohne irgendwas kaufen oder Geld ausgeben zu müssen.

1: Nutze, was du im Haus hast

Edelstahlbrotdosen mögen supercool aussehen. Aber, mal ehrlich, die gute alte Tupperbox im Schrank tut es genauso. Dazu ist sie klima- und ressourcenschonend, weil du sie weder in den Müll schmeißt, noch etwas Neues für dich produziert werden muss. Win-win sozusagen!

2: Trink Leitungswasser

Leitungswasser ist nicht nur gesund und konkurrenzlos günstig – es wird auch völlig unverpackt zu dir nach Hause geliefert. Im Gegensatz zu Getränken in Plastikflasche (Müll!) und Glasflaschen (hoher Energieverbrauch beim Transport!) tust du damit nicht nur deiner Gesundheit, sondern auch Umwelt und Geldbeutel etwas Gutes.

3: Kauf einfach mal nix

Ein neues T-Shirt? Die fünfte Handtasche? Neue Deko für Zuhause oder ein farblich passender Regenschirm? Überlege dir, ob der Kauf wirklich notwendig ist. Ob er dich auch noch in zwei Wochen glücklich macht? Und ob es nicht Wege gibt, um ohne Neukauf ans Ziel zu kommen. Als Stichworte seien hier Leihen, Tauschen, Verzicht oder, wenn nicht anders möglich, auch der Gebrauchtkauf genannt.

4: Gib deinen alten Sachen eine zweite Chance

Es mag wenig aufwändig sein, eine unpassende Jeans in den Müll zu werfen oder einen ungeliebten Stuhl in den Keller zu verbannen. Aber gib deinen alten Dingen doch die Chance auf ein neues Leben – irgendwo, wo sie geschätzt, geliebt und vor allem genutzt werden. Es gibt viele Wege, um Altes loszuwerden: du kannst das Zeug verkaufen, spenden, an Bekannte verschenken oder deine Freunde zu einem Tauschbazar zu dir nach Hause einladen.

5: Verzichte auf Müll

Um zerowaste einkaufen zu gehen, braucht es keine aufwändige Grundausstattung. Natürlich sind schön bestickte Leinenbeutel für Backwaren cool. Das Brot beim Bäcker kannst du dir aber auch einfach ohne weitere Verpackung in eine (saubere 😉 ) Stofftasche stecken lassen, wie wir sie vermutlich alle im Haus haben. Manche Metzger mögen das Gesicht verziehen, aber es spricht nichts dagegen, Fleisch- und Wurstwaren oder Käse direkt in die von dir mitgebrachten Dosen zu legen. Und auch für den Kauf von Obst oder Gemüse brauchst du keine aufwändige Ausrüstung.

Du siehst: Nachhaltigkeit lässt sich auf vielen Wegen leben. Du brauchst dafür kein Geld. Und es ist egal, ob du sie alle gehst, oder nur ein paar. Wirklich wichtig ist, dass du kleine Schritte in die richtige Richtung gehst. Denn wenn wir alle das tun, können wir am Ende doch Großes bewirken.

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8 Kommentare

  1. Sabine Hähn

    Hallo!
    Ich folge Dir jetzt schon ein paar Wochen auf Instagram und finde toll was Du schreibst.
    Auch diesen Blogeintrag finde ich spitze. Genauso sollte es sein….
    Ich kaufe öfter im unverpackt Laden und auch das Obst und Gemüse einzeln. Milch bekomme ich direkt vom Bauern geliefert oder kaufe Glasflaschen und und und….es gibt so vieles was man tun kann.
    Finde Deine Beitrag super und freue mich auf weitere ?

    • Dake für dein wunderbare Rückmeldug. Ich freue mich sehr über deine Worte! Manchmal braucht es nur ein bißchen Umdenken oder die Bereitschaft, gewohnte Pfade zu überdenken. Set ein paar Moaten kaufen wir unsere Milch völlig unverpackt an der Milchtankstelle und können dabei auch gleich sehen, wie die Kühe leben. Das is sooo toll!

  2. Carina

    Danke für Deinen Blogpost. Man kann nur klein anfangen und nach und nach versuchen, sich zu verbessern. Ich habe auch Schritt für Schritt verschiedene Dinge im Haushalt umgestellt und irgendwie muss man ja auch die Familie mitnehmen. Zu starke Eingriffe stossen nicht unbedingt auf Akzeptanz. Ich bin schon sehr stolz auf das was wir bisher verbessert haben, aber es ist noch reichlich Luft nach oben 😉
    Herzliche Grüße,
    Carina

    • Da hast du absolut recht. Es bringt nichts, das Ganze übers Knie brechen zu wollen, aber dann nach drei Wochen frustriert aufzugeben.

  3. Rebecca Becker

    Huhu,
    Auch ich nutze seit Jahren Haarseife, welche ich mir bei L**h bestelle. Über die “Styroporkugeln” habe ich mich auch immer aufgeregt, bis meine Schwägerin mir sagte sie sind aus Maisstärke gemacht. Erkennt man daran, dass sie beim Anfeuchten aneinander kleben bleiben. Jetzt basteln meine Kids damit…😉 und ich feiere unsere Nachhaltigkeit 😁… toller Block, hab ich gerade entdeckt…

  4. Hallo Katja,

    habe Dich die Tage auf Instagramm entdeckt und gucke mich jetzt hier mal um 🙂

    Danke für den Artikel, genauso fühlen wir uns oft!

    Wir haben bei uns im Alltag zwar schon etwas verändert, auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Leben. Gerade was unsere Ernährung (Biokiste, unverpackte Lebensmittel etc) und auch die Körperpflegeprodukte angeht, sind wir auf einem guten Weg.

    Unser großes Manko ist allerdings definitiv das online Kaufen. Ich meine jetzt nicht unnötige Dinge, sondern beispielsweise Sachen für die Schule oder Geschenke für einen Kindergeburtstag etc. Da sind wir oft extrem faul und möchten im trubeligen Alltag die Dinge schnell aus dem Kopf (also bestellt) haben und gehen dann eben nicht im Geschäft um die Ecke einkaufen, sondern erledigen es schnell von der Couch aus.
    Wir haben allerdings festgestellt, dass es manchmal schöne “Hilfsmittel” dagegen gibt. Beispielsweise bietet der Buchladen bei uns im Stadtteil die Möglichkeit des Online-Kaufes mit Abholung im Laden an. Das nutzen wir seitdem regelmäßig und freuen uns jedes Mal wieder noch im Laden stöbern zu können.
    Auch ist der Arbeitsweg bei uns nun wieder vielfach genutzt, um mit kleinem Umweg eben am Schreibwarengeschäft Nachschub für die Schule zu holen oder ähnliches.
    Also: ein Hoch auf die kleinen Stadtteilgeschäfte, die man in der Regel ja auch wunderbar mit dem Rad erreichen kann. Den Euro, den wir evtl. mehr bezahlen, sparen wir dafür beim Diesel oder den Parkgebühren.

    Viele Grüße,
    Mareike

    • Das “Hilfsmittel” der Bestellung bei der Buchhandlung vor Ort nutze ich auch regelmäßig! Soooo toll! Auch ich liebe es, in den Geschäften vor Ort einzukaufen.

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