Wie du einen Elternabend überlebst

Wie du einen Elternabend überlebst - acht Tipps für genervte Eltern.

Sechzehn Mütter und ein Vater auf viel zu kleinen Stühlen im Stuhlkreis. Eine Lehrerin, wahlweise auch Erzieherin davor. Sechzig Minuten Monologe über die Frage, ob Kinder im Regen tatsächlich auf den Schulhof gehen sollen oder eine zwei Minus zumutbar ist. Dazu eine gefühlte Ewigkeit Diskussionen darüber, ob zuckerhaltige Pausenbrote erlaubt oder beim Kuchenbuffet ausschließlich regionale Obsorten aus Demeteranbau als Belag genehmigt sind.

Dreizehn Müter, ein Vater und eine Lehrer- oder Erzieherin, die sich gedanklich weit weg beamen und heimlich ins Handy schielen. Laut Statistik* noch drei Mütter, die sich freuen, endlich Redezeit zu erhalten und die Anwesenden mit Nichtigkeiten zu beglücken.

Ihr ahnt es: ich schreibe von Elternabenden. Eineinhalb Stunden Langeweile pur mit eingeschlafener Füße Garantie (die Stühle!!!). Elternabende gehören definitiv zu den Freunden des Elternseins, auf die einen niemand vorbereitet. Und doch sind Elternabende ein kleines Stück Gerechtigkeit, weil sie keine Ausnahmen machen zwischen Schulformen, Einkommen oder Status der Beteiligten. Lediglich die Anzahl der Kinder kann als Risikofaktor betrachtet werden. Ich spreche da als Mutter von vier Kindern leider aus Erfahrung.

Hier also meine acht praxisgeprüften Tipps, wie du einen Elternabend nicht nur überlebst, sondern am Ende auch noch für etwas Mehrwert sorgen kannst:

1: Der Elternabend als Challenge

In jeder Klasse gibt es zumindest ein Elternteil, mit dem man Spaß haben kann. Elternabende sind die Gelegenheit, diese Person zu finden. Nutze sie und betrachte das zwanghafte Sitzen auf viel zu kleinen Stühlen als Gelegenheit, Kontakt zu Gleichgesinnten zu suchen. Das kann manchmal herausfordernd sein (die Netten verstecken sich mitunter ganz gut). Mittelfristig ist das aber gleich ein doppelter Gewinn, weil du fortan neben der nettesten Person unter den Eltern sitzen und mit ihr gemeinsam darüber lachen kannst, dass “Justus doch eigentlich mindestens eine zwei plus verdient hätte” und “Sophie Henriette bei leichtem Regen nicht auf den Schulhof möchte”.

2: Nimm den Zirkus nicht ernst

Bei einem durchschnittlich gut organisierten Elternabend (sorry an dieser Stelle an die ambitionierten Lehrer oder Erzieher unter euch. Nicht überall läuft es gleich schlecht, das ist mir bewusst. Auch wir haben aktuell eine Glückssträhne. 😉 ) fallen laut Statistik* etwa drei wichtige Sätze. Zwei davon werden protokolliert oder im Nachgang in der Whatsappgruppe wiedergegeben. Der dritte geht unter. Es gibt also gar nicht so viel, was du verpassen könntest. Nutze die Zeit also anderweitig: für ein kleines Nickerchen, eine Meditation oder dafür, die innere To-do-Liste auf den aktuellsten Stand zu bringen. Sieh das Ganze als Abendunterhaltung (mit ein bißchen Abstand kann ein Elternabend durchaus witzig sein!). Erlaubt ist, was gefällt und die Versammlung nicht stört.

3: Bring dich ein

Die Elternabende sind gähnend langweilig? Nur Geschwafel, persönliche Beliebigkeiten und keiner kommt auf den Punkt? Das muss nicht so sein! Lass dich zum Elternvertreter wählen und bring dich ein! Sorge dafür, dass es fortan eine Tagesordnung gibt, an die sich alle Beteiligten auch halten. Und lass Protokoll schreiben, das diszipliniert! Bring Vorschläge ein, wie Elternabende so gestaltet werden können, dass sie am Ende auch einen Mehrwert haben. Theoretisch ist das möglich.

Wie du einen Elternabend überlebst - acht Tipps für genervte Eltern.

Bild: Ngelah / Unsplash

4: Trink vorher ein Glas Wein

Oder bring gleich eine Flasche und ein paar Becher mit zum Elternabend. Die mit Abstand nettesten Elternabende bisher waren die, bei denen Lehrer / Erzieher und Eltern bei einem Glas Wein oder einer Tüte Gummibärchen zusammen saßen. Natürlich ist das nicht überall möglich (und natürlich muss sich auch niemand einen Elternabend mit Alkohol schön trinken). Aber ich habe das Thema zumindest mal aufs Parkett geworfen. 😉

5: Geh nicht hin

Ja, tatsächlich ein ernstgemeinter Tipp. Wenn Elternabende keinerlei Mehrwert bieten, ist das Ganze – rein lebenspraktisch gesehen – pure Verschwendung von Lebenszeit. Du kannst hinterher immer noch in der Whatsappgruppe nach Beschlüssen fragen oder, so wie ich das mache, den Mann hinschicken. In Anbetracht der Unterräpresentation von Vätern im Alltag mit Kind in jedem Fall eine kluge Entscheidung.

6: Lehrer / Erzieher sind auch nur Menschen

Auch, wenn die Veranstaltung nichts außer gähnender Langeweile in dir hervorruft: geh davon aus, dass alle Beteiligten sich Mühe geben. Gib ein (konstruktives!) Feedback, damit Elternabende in Zukunft besser geplant und durchgeführt werden könnnen. Nutze deine Möglichkeiten, um auch andere Eltern mit ins Boot zu holen, damit das Ganze gemeinsam zu einer bereichernden Veranstaltung wachsen kann. Letztendlich geht es nicht um dich, die Lehrerin oder persönliche Befindlichkeiten: es geht um die Kinder in der Klasse.

7: Das Problem sind meistens nicht die Lehrer

Grundgenervt, weil die Mutter vorne rechts schon seit einer halben Stunde erzählt, wie toll ihr Maximilian Justin schon das große Einmaleins kann? Es sträuben sich die Nackenhaare, weil der Bericht über Jaquelines Laktoseintoleranz niemals enden will? Übelkeit, weil wieder einer gefühlte 45 Minuten plakativ über die Ausscheidungen oder Parasiten seines Kindes berichtet? Auch wenn du findest, dass du beim dritten Kind jetzt endlich mal eine bessere Abendunterhaltung verdient hast, immer schön dran denken: die Lehrerin oder der Lehrer deiner Kinder hört das Ganze vermutlich schon seit zwanzig Jahren. In Dauerschleife. Lediglich die Besetzung wechselt.

Mag sein, dass Lehrer und Erzieher resigniert aufgeben und stoisch die immer gleichen Nichtigkeiten ertragen. Hilf ihnen doch einfach! Ein Hinweis, persönliche Probleme in einem Einzelgespräch zu klären, damit nicht die versammelte Mannschaft an Jonas Legasthenie teilhaben muss, sorgt schnell für Entspannung. Wer den eleganten Weg gehen mag, kann schon im Vorfeld (gibt es Klassen ohne Eltern-Whatsappgruppe???) darum bitten, sich für persönliche Probleme um ein Einzelgespräch zu bemühen.

8: Gut fürs Karma

Manche Kröte muss man schlucken. Elternabende gehören offenbar dazu. Wenn man bedenkt, mit wie wenig (physischem) Aufwand wir zeigen können, dass uns die Schul- oder Kindergartenangelegenheiten unserer Kinder nicht am Allerwertesten vorbei gehen, ist das unterm Strich doch eine gute Sache. Oder?

*oben zitierte Statistiken selbst erhoben und absolut nicht repräsentativ 😉

Mich würde jetzt interessieren, welcher Tipp oben euer Lieblingstipp ist. Welche Strategien wendet ihr an, um Elternabenden etwas abzugewinnen?

(und wenn du noch nicht genug von meinen augenzwinkernden Tipps hast: hier zehn Tipps, wie du einen Kindergeburtstag überlebst und auch noch Spaß dabei hast 😉 )

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